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Die Zurückweisung Europas als Ausgangspunkt für Süd-Süd-Allianzen (Teilprojekt)

Teilprojekt von Christian Ersche (M.A.)

Das Projekt befasst sich mit der zunehmenden Zurückweisung des westlichen Entwicklungsmodells in Teilen des globalen Südens und geht dabei der Frage nach, welche Bedeutung die Kritik des Eurozentrismus für die zuletzt intensivierte Kooperation zwischen aufstrebenden Gesellschaften des Südens hat. Damit soll ein Beitrag zum Verständnis von sich wandelnden Strukturen im globalen Machtgefüge geleistet werden.

Die Kooperation zwischen Entwicklungs- und Schwellenländern unter Ausschluss der europäischen und nordamerikanischen Industriestaaten hat in jüngster Zeit rasant an Bedeutung zugenommen. Diese neue Süd-Süd-Zusammenarbeit ermöglicht den beteiligten Ländern eine gesteigerte Verhandlungsmacht, beispielsweise in internationalen Organisationen wie der WTO. Die Beziehungen zwischen den Staaten des Südens gehen jedoch über rein ökonomische Aspekte hinaus und sind oftmals von offiziellen Prinzipien geleitet, die in explizitem Gegensatz zu den europäischen und nordamerikanischen Prinzipien der internationalen Zusammenarbeit stehen.

Anhand der Beispiele China und Brasilien soll zunächst gezeigt werden, inwiefern sich Entwicklungs- und Modernisierungspfade in gegenwärtig aufstrebenden Gesellschaften sowohl voneinander als auch vom westlichen Modell unterscheiden. Der nächste Teil der Untersuchung richtet sich jeweils auf die Außenpolitik dieser beiden Staaten und somit auf die „Außenwirkung“ ihrer jeweiligen Entwicklungsmodelle. Im Vordergrund steht dabei insbesondere die Frage, welche Rolle die westliche Welt in ihren außenpolitischen Konzeptionen spielt und welche Bedeutung nicht-westlichen Partnern beigemessen wird.

Anschließend sollen Beziehungen zwischen China und Brasilien genauer untersucht werden um zu zeigen, auf welchen Feldern Kooperation stattfindet und welche Ziele damit verfolgt werden. Inwiefern unterscheidet sich diese Allianz tatsächlich von den Beziehungen zwischen Süden und Norden? Außerdem stellt sich die Frage, wie sich derartige neue Allianzen auf das Verhältnis zwischen Nord und Süd auswirken. An dieser Stelle der Arbeit soll nun eine Antwort auf die Frage gefunden werden, welche Rolle anti-eurozentristische oder auch antieuropäische Position für die Aufnahme derartiger Kooperationen spielen. Dies impliziert die Frage nach dem Verhältnis von Ideologie und Pragmatismus sowie nach dem emanzipatorischen Charakter dieser neuen Allianzen.

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